Lily Konrad – Zwischen Familie und Schreiben

Diese Woche darf ich euch Lily Konrad näher vorstellen. Darauf freue ich mich besonders. Warum? Erstens hat sich zwischen uns eine Freundschaft entwickelt. Es geht bei uns schon lang nicht mehr „nur“ um ihre Bücher. Nein. Wir unterhalten uns auch sehr gern allgemein. Wie der Tag so war oder aktuelle Themen oder einfach auch mal was vom Herzen reden was uns beschäftigt.
Außerdem haben wir noch was zusammen geplant worauf ich mich besonders freue. Aber dazu später.

Und außerdem ist Lily

eine wunderbare Autorin!

Lily Konrad and me

Jetzt gibt es erstmal das Interview. *grins* Und das war richtig lustig. Wir haben das Ganze per Chat veranstaltet.

Als erstes bat ich Lily in 5 Sätzen selber etwas über sich zu sagen.

5 Sätze?

Klar, dass sie da erstmal geschluckt hat. Sie erzählt doch so gerne. 😀 Aber sie hat es geschafft.

Lily ist 56 Jahre alt, Mutter von drei Kindern und seit drei Jahren Oma. Sie lebt in ihrer Wahlheimat Butzbach, 45 km nördlich von Frankfurt.

Schreiben ist ihr Hobby

und soll es auch bleiben, denn sie liebt es sehr und möchte daher nie in die Lage kommen, schreiben zu müssen. Angefangen hat sie mit „Frauenromanen“, dann kamen Thriller und momentan liebäugelt sie außer dem mit Fantasy.
Daneben hat sie noch andere Hobbies wie z. B. Reisen, Wandern aber auch Stricken nach selbstentworfenen Vorlagen.

Das waren 5 Sätze.

*lach* Das war ja klar, der Kommentar.

Bei einer Aussage wurde ich sehr hellhörig. Lily liebäugelt mit Fantasy? Das ist ja genau mein Genre!

Was ihr da wohl so vorschwebt? *grübl* Ich hätte ja gedacht, dass Lily noch hinter dem Berg hält mit Info´s. Aber nein, sie ist ganz lieb mit uns Lesern.

Doch, ich kann gerne meine ersten Ideen dazu teilen. Es wird um eine junge Kriminalkommissarin gehen, die über ungewöhnliche Fähigkeiten verfügt. Stück für Stück kommt sie dahinter, warum sie diese Fähigkeiten hat. Gleichzeitig wird ihr bewusst, dass sie in großer Gefahr schwebt und es scheint niemanden zu geben, der ihr helfen kann. Jedenfalls kann sie niemandem trauen…

Leider wird es noch eine ganze Weile dauern, bis aus diesen Anfängen ein Roman geworden ist. Aber ich hoffe es dauert nicht zu lange. Meine Neugierde ist geweckt. Na schaun wir mal.

Ihr Liebe zum Erzählen

hat sie schon als Kind entdeckt. Nach reiflicher Überlegung gibt sie ihrem Opa die „Schuld“ daran. 😀
Als kleines Kind hat sie sich immer sehr gern früh morgens zu ihm ins Bett gekuschelt – obwohl sie eigentlich aufstehen sollte – und gebettelt:
„Großvati, erzählst du mir eine Geschichte von Kasperle und dem kleinen Krokodil?“
Natürlich hat er ganz Opi-Like ihr den Gefallen nicht abschlagen können.

Bis er es eines Tages doch getan hat. Was? Das arme Kind! Nee, nee. Was antwortete er? „Nein, heute erzählst du mal.“ Hihi. Ganz schön gewitzt der liebe Großvati. Er dachte sich nämlich wahrscheinlich, dass Lily die bis auf kleine Abwandlungen immer gleiche Geschichte schon längst auswendig konnte. Leider weiß sie nicht mehr was sie an dem Tag darauf geantwortet hat, aber sie denkt, dass sie dadurch damals angefangen hat sich Geschichten auszudenken. (Mehr dazu könnt ihr übrigens auf ihrer >>Homepage<< nachlesen)

Sobald sie dann des Schreibens mächtig war, hat sie ihre Geschichten auch zu Papier gebracht.

Ihren ersten Roman hat sie allerdings erst sehr viel später verfasst. Wobei ich die Umstände einerseits sehr faszinierend und andererseits sehr traurig finde. Der frühe Unfalltod eines nahen Verwandten und guten Freundes brachte Lily dazu über den Sinn des Lebens nachzudenken. Gab es etwas in ihrem Leben, das sie unbedingt noch erleben oder tun möchte? Denn das wollte sie dann definitiv nicht mehr länger auf die lange Bank schieben.

Und was war das Erste was Lily einfiel? Klar! Ein Buch schreiben. Allerdings liegt genau dieser Roman noch in ihrer Schublade.

Erst mit dem nächsten („Staub von den Sternen“) hat sie sich an die Öffentlichkeit gewagt.

Natürlich habe ich sofort nachgefragt, warum sie sich mit ihrem ersten Roman nicht an die Öffentlichkeit gewagt hat.

Ich versuche gerade, ihn veröffentlichungsreif zu bekommen. Bislang genügt er meinen Ansprüchen aber noch nicht. Und es steckt sehr viel Lily in diesem Roman – deshalb müsste er besonders gut werden.

Na prima! Lily schafft es auch mit dieser Aussage wieder meine Neugierde ins Unermessliche zu steigern. Ob ich das aushalten werde?

Das war natürlich keineswegs meine Absicht …

Ja, ja. Von wegen! *ggg*

Naja, weiter im Text…

Nach der Veröffentlichung von „Staub von den Sternen“ hat sich für Lily sehr viel verändert.

Das erste Mal das eigene Buch in der Hand zu halten war ein Wahnsinnserlebnis.

Das Manuskript war zwar auf Anhieb angenommen worden, aber es dauerte dann noch Monate bis es tatsächlich ein fertiges Buch wurde.
Hier muss ich einfach Lily zitieren 😀

Ich bekam einen Anruf und fuhr zum Verlag, um „mein Buch“ abzuholen. Ich hatte wirklich einen Überschuss an Glückshormonen im Blut, als es dann so weit war. Das war kurz vor der LBM 2013 …

Die LBM 2013 hat den Erfolg des Buches nicht sooooooo sehr gesteigert. Lily hatte ja noch nicht so viel Erfahrung mit dem ganzen Handling und dachte, dass der Verlag sich schon ums Marketing kümmern würde. Einige Bücher hat sie trotzdem verkauft.Lily Konrad and me

… aber erst die LBM 2015 hat mir richtig Spaß gemacht. Denn nun kenne ich einige meiner Leserinnen (über Facebook) und wenn die reale und die FB-Welt aufeinander treffen – das ist einfach toll.

Ooooooooh ja! Das kann ich definitiv nur bestätigen. Es war wundervoll, dass wir zwei uns endlich mal im realen Leben getroffen haben. *grins* Naja, gut. Wir hatten schon ein Treffen bei mir hier in Dresden. Genauer gesagt in der Stadt gemütlich bei Glühwein. Aber auf der LBM war es nochmal was ganz anderes. 😉

Wieviel Lily steckt eigentlich in den Büchern?

In ihren Frauenromanen gibt es immer eine Figur, die ihrem Charakter ähnlich ist. Aber wer genau das ist, hat sie mir natürlich nicht verraten – die olle Heimlichtuerin. 😉 Vielleicht entdeckt ihr ja Lily beim Lesen.

In ihren Thrillern ist nichts von Lily. In diesen versucht sie eher sich in die Gedankenwelt der Romanfiguren zu versetzen.

Apropos Thriller. Ich durfte ja von dir „1001 Angst“ lesen und rezensieren. Für mich war das ein waschechter Thriller wie er im Buche steht. Wie sie wohl auf diese Idee kam?

Der Thriller beruht auf wahren Begebenheiten, genau wie die Episoden in Complex West.

Am Anfang gibt es eine Idee …

eine Zeitungsmeldung oder sowas – und dann hat Lily entweder Bilder dazu im Kopf oder nicht. Wenn sie Bilder hat, kann sie eine Geschichte dazu schreiben. Wenn nicht, dann natürlich nicht.

1001 Angst ist insofern eine Besonderheit, weil das anfangs eine Kurzgeschichte werden sollte.

Dann hatte ich aber so viel „Material“ dazu im Kopf, dass ich einen „ganzen“ Thriller daraus machen musste.

Und der ist dir wirklich super gelungen!

Danke, Bella. Ich muss aber sagen, dass ich das ohne meinen Verleger Sascha Ehlert nicht geschafft hätte.

Wieso das? Thriller schreiben ist etwas ganz anderes als Frauenromane schreiben. Ohne Sascha hätte Lily nicht gedacht, dass sie auch Thriller schreiben kann. Dann kam er mit dieser Idee für eine Kurzgeschichte und sie sagte, dass sie gern einen ganzen Thriller daraus machen möchte. Sein einziger Kommentar war „Leg los“.

Auch während der Entstehung des Thriller´s beantwortete er immer wieder Fragen dazu und war die Geduld in Person.
Nur die Frage, wie die Geschichte enden soll hat Lily selber gelöst.

Cool! So eine Zusammenarbeit ist wirklich nicht mit Gold aufzuwiegen.

Die Familie und das Schreiben

Lily sagt immer, sie hat drei Männer: Einen fürs Herz, einen für die Arbeit und einen zum Schreiben.

Ihr Mann war anfangs skeptisch als sie anfing zu schreiben. Aber inzwischen hat er verstanden, wie wichtig ihr das Ganze ist. Mittlerweile sind alle ziemlich stolz auf das was aus Lily´s Feder so entsteht.

Sogar ihre Tochter (fast 18), die in der Beziehung wohl die Kritischste ist. Sie überwacht schon sehr genau was Mama so macht. Was Mama sagt, wie sie sich anzieht und dass sie um Himmels Willen nicht singt, wenn es jemand hören könnte. Inzwischen ist es für sie ganz okay, was Mama so schreibt. Und darauf bildet sich Lily echt was ein. *smile*

Ja, ja. Unsere lieben Kinder. Die haben uns schon ganz schön unter Kontrolle.

Interessant fand ich auch Lily´s Antwort auf meine Frage ob es ihr manchmal passiert, dass sie noch

Mittendrin in der Geschichte gefangen…

ist wenn sie eigentlich mit dem Schreiben fertig ist:

Oh ja! Die Romanfiguren ziehen ja quasi bei mir ein … Nach meinem allerersten Roman hatte ich nur eine Möglichkeit, meine Protas wieder loszuwerden: ich musste mir neue einladen. So entstand „Staub von den Sternen“. Aber als ich das fertig hatte und was ganz anderes schreiben wollte, kamen die Protas von „Staub von den Sternen“ immer wieder um die Ecke und meinten, dass sie noch nicht mit mir fertig wären. So entstand „Was andere nicht haben“…

Also wenn ich da so an Robin aus „Staub von den Sternen“ denke – ob da ihr Mann nicht eifersüchtig wird? Ich meine – er besucht Lily ja, besonders die letzte Zeit, sehr häufig!

Da ist sich Lily aber ganz sicher. Ihr Mann weiß, dass ihm so leicht keiner den Rang abläuft. Er findet es zwar nicht immer gut, wenn sie mit Robin zusammen ist, aber er weiß, dass das in dem Moment sein muss.

Na Gott sei Dank! Dann können wir alle ja beruhigt sein, dass das Familienleben nicht gefährdet ist.

Zur Zeit schreibt Lily an der Fortsetzung von „Was andere nicht haben“, acht Jahre später. Die bekannten Protas treten wieder auf, neue kommen dazu und die Kinder sind groß geworden.

Mehr verrate ich noch nicht.

Ach so, doch, eins noch.

Er soll zur LBM 2016 vorliegen. Ich bin bei knapp 30,000 Wörtern …

Das wird ja immer besser! Also meine lieben Leser. Dann wisst ihr jetzt Bescheid. Wer von euch genauso neugierig ist wie ich, sollte definitiv auf die LBM 2016! Bei mir ist der Termin schon fest im Kalender verankert.

Hast du noch etwas Bestimmtes was du meinen Lesern sagen möchtest? Oder kleine Tipps für all die anderen „Jung-Autoren“?

Kommentar an deine Leser:

Das Größte für mich als Autorin ist es, wenn ich erfahre, dass ihr mir in meine Welt folgt und euch dort wohl fühlt. Bitte lasst es mich wissen, wenn mir das gelungen ist.

 

Kommentar an Jung-Autoren:

Tut es (das Schreiben) nicht, um reich und berühmt zu werden. Tut es, weil es euch ein Bedürfnis ist. Übt fleißig. Und seid euch stets bewusst, dass eine Geschichte nur dann wirklich gut ist, wenn sie ihre Leser erreicht.

Liebe Lily, ich danke dir von ganzem Herzen für das supertolle Interview und freu mich riesig auf unsere gemeinsame Autorenwoche!

Ich danke dir, Bella, dass du mir die Möglichkeit für dieses Interview gegeben hast. Es hat mir großen Spaß gemacht und ich hoffe, deine Leser sind neugierig auf meine Bücher geworden.

Das seid ihr garantiert! Oder liebe Leser?

Besonders liebe Leser.

 

Und jetzt zu dem was ich geplant habe und worauf ich mich schon riesig freue! Endlich kann ich darüber schreiben. 😀

Ich chattete wiedermal mit Lily – wie so oft. Und nebenher las ich wieder ihr Erlebnis mit Robin. Da kam mir eine Idee …

Was würdest du davon halten wenn du ab und an bei mir als Gastautorin auftreten würdest?

Und was war Lily´s Antwort?

Klar!

Also darf ich euch hiermit

meine neue Gastautorin

vorstellen! Und natürlich bekommt sie auch ihre ganz eigene Kategorie. 😀

Ihr werdet als ab sofort desöfteren auch von Lily bei mir hier zu hören bekommen.

Herzlich willkommen im Team, Süße!

 

Ab morgen gibt es in der Autorenwoche jeden Tag die Chance eines von Lily´s Büchern mit Signierung zu gewinnen. Dazu habt ihr jeweils bis zum nächsten Tag 24:00Uhr Zeit mir die Antworten zu schicken.

Bella

Bella

Hey! Mein Name ist Bella, 74er Baujahr und bin sehr glücklich mit meiner kleinen Family.
Seit Kindestagen an bin ich ein richtiger Bücherwurm. Deshalb dreht sich hier der größte Teil natürlich um jede Menge Bücher und deren Autoren.

Ich wünsche euch viel Spaß auf meinem Blog und besucht mich doch mal wieder. 😉
<3
Bella

6 thoughts on “Lily Konrad – Zwischen Familie und Schreiben

  1. Hallo Bella (und Lily),

    hach, wunderschön, mal in die private Welt von Autoren einzutauchen. Da ist Lily ja sehr vielseitig unterwegs (vielseitig, das passt ja zu Büchern, wie die Faust aufs Auge). Zu meinem Opa ins Bett schlüpfen, das kenne ich: „Opa, erzähl mir von früher…“ (Mein Opa war mein ein und alles). Ich habe meiner Tochter schon früh vorgelesen – von fliegenden Schweinen,… – nun liest sie fast nur Fantasy und schreibt auch fleißig (fehlt nur noch die Veröffentlichung – vielleicht klappt es ja mal).

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

  2. Hallo Bella, Hallo Lily,

    ein sehr schönes und informatives Interview 😉
    1001 Angst ist schon ein besonderses Hautgefühl-Buch und das Ende nagt noch immer etwas an mir…so offen und doch irgendwie nicht!
    Fantasy ist zwar nicht so mein Genre, wobei es sich hier eher auf Elfen & Co bezieht, nachdem was Lily meinte in welche Richtung es ungefähr gehen wird, bin ich nun auch etwas gespannt darauf und hoffe es dauert nicht zu lange.
    Die lieben Opis 😉 bei mir war es die Oma und auch sie meinte irgendwann einmal, genug, jetzt darfst du mir alten Frau mal etwas erzählen!
    Danke für den Einblick.
    Liebe Grüße Tanja

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