Wie ist es ohne Eltern aufzuwachsen?

Ohne Eltern aufwachsen

Und schon wieder gibt es ein ernsteres Thema bei mir. 😉

Heute geht es um die Frage wie es wohl ist ohne Eltern aufzuwachsen. Also so richtig ohne leibliche Eltern.

Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat weiß, dass sich mein Papa von meiner Mutter getrennt hat als ich noch ein Baby war. Doch wie ging es weiter?

Er konnte mich leider nicht selber behalten – obwohl er es sehr gern hätte, wie ich später erfuhr. Warum? Er hatte 2 Jobs, einer davon in Schichtsystem. Es ging einfach nicht.

Doch wie sollte es mit mir weitergehen? Nach der Scheidung hat er das alleinige Sorgerecht bekommen. Ins Heim kam für ihn überhaupt nicht in Frage. Blieben noch meine Großeltern.

Ich habe einfach die weltbesten Großellis auf der ganzen Welt!

Ja, sie haben mich aufgenommen als kleines Würmchen und wurden so meine Pflegeeltern. Naja, auf dem Papier. *hihi* Da mein Papa ja noch existierte wollten sie nie von mir Mama oder Papa genannt werden. Was, im Nachhinein, doch so einiges hätte erleichtern können.

 

Mein Papa hat irgendwann wieder geheiratet. Ich war grad Ende 2./Anfang 3. Klasse. Ich zog zu ihm und meiner Stiefmutter. Und es kam wie es kommen musste. Die Stiefmutter war eine wie sie im Buche steht. Ich liebte meinen Papa über alles, aber ich hielt es bei der Hexe einfach nicht aus. Und mein Papa konnte mir auch nicht wirklich da helfen. Also schrieb ich ganz heimlich meinen Großellis einen Brief, dass ich unbedingt wieder zurück will. – Und sie holten mich umgehend zurück. <3

In der Pubertät war bei mir Rebellion oberste Priorität. Von wegen „Ihr habt mir garnichts zu sagen. Ihr seid nicht meine Eltern.“ und solche dämlichen Sachen. Ich war damals absolut neidisch auf meine Schulfreundinnen die alle mit richtigen Eltern aufwuchsen. Ich wollte auch sowas haben. „Aber ich musste ja bei Großeltern aufwachsen. *grml* “

Damals begriff ich absolut nicht, was ich ihnen alles zu verdanken hatte. Dadurch hatten sie es mit mir auch nie einfach. Und mir fehlte einfach eine Beziehung zu meinen richtigen Eltern.

Ich lernte mit etwa 17 meiner Mutter kennen und hab mich tierisch drüber gefreut. Sie hatte wohl den Alkohol so einigermaßen aufgegeben und ich war stolz auf sie. Und – ich hatte endlich eine richtige Mutter.

Ein Jahr kannten wir uns circa und sahen uns beinah täglich, bis ich zu meinen Papa gezogen bin. Er wohnte mittlerweile, wieder geschieden, „im Westen“ und die Grenzen waren endlich offen. – Ja, stimmt. Die Zeit war ja auch noch. Nachdem mich meine Großellis zurückgeholt haben, ist er mit der anderen Familie offiziell in den Westen ausgereist. Das war´s von wegen „eben mal sehn“. Ein Teil meines Herzens brach als ich davon erfuhr. Ich habe ewig auf den ersten Brief von ihm gewartet und ihn soooooo sehr vermisst. Meine Großeltern taten alles, dass ich damit klar komme.

Naja, wie gesagt zog ich dann wieder zu ihm. Meine Mutter erkrankte und starb ein weiteres Jahr darauf. Trauer? Ja, in einer gewissen Art und Weise schon. Aber es war nicht so, dass mir ein Teil meines Herzens dadurch herausgerissen wurde. Es war eben wie es war. Und ganz ehrlich? Sie hat sich letzten Endes zu Tode gesoffen. So hart das auch klingen mag. Unterstützt von ihrer Alten. *kopfschüttel*

 

Zusammenfassend muss ich sagen:

Ich hab mir sooooo oft ein Leben mit richtigen Eltern gewünscht. Aber ich hätte eigentlich gar keine besseren haben können, als meine Großeltern. Sie standen mir immer zur Seite, haben mir immer geholfen und haben mich nie aufgegeben. Und das, wo ich manchmal so scheiße zu ihnen war. Ich liebe die Beiden einfach über alles. <3 <3 <3

Und wisst ihr was? Ich kann sie nach wie vor knuddeln! Ist das nicht mega? 😀

 

Falls es euch interessiert was aus meinem Papa geworden ist. (Falls nicht einfach überscrollen.)

Am 28.2.1997 hatte er eine Geschlechtsanpassung und ich hab sie als allererstes besucht, als sie endlich vollständig Frau war. Seitdem ist unsere Verbindung noch enger geworden. Sie ist für mich Freundin und Mama.

Leider hatte sie am 29.12.2006 einen Hirnschlag und lebt seitdem geschlossen in einem Heim. Wenn ich sie besuche ist an Unterhaltung nicht zu denken. Sie spricht einfach nicht mehr. Nur wenn ich von meinen Kiddies erzähle (oder Lani von unserer Familie) und Bilder zeige dann ist sie ganz drauf fixiert. Und ab und an lächelt sie dann auch mal.

Ja, mir bricht es das Herz sie so zu sehen. Und auch jetzt beim Schreiben kommen mir die Tränen. Wir hatten immer so tolle Gespräche, so viel Spaß und sie hatte so viel Wissen im Kopf. Alles futsch.

Mein Trost sind mir dann immer meine Großellis und meine eigene kleine Familie.

 

blut-um-mitternacht-gewinn

Nun aber mal zu etwas Schönem. 😀

Gewinnspielfrage:

>> Sagt mir doch einfach eure ganz eigene Meinung zu diesem Thema 😉 <<

Was mich auch interessieren würde:

>> Wie ist es mit Eltern aufzuwachsen?<<

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Gewinnspielregeln:

✩ Ihr seit über 18 Jahre alt oder habt die Erlaubnis eurer Eltern.
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✩ Das Gewinnspiel endet 3 Tage nach der letzten Expeditionsstation 23:59 Uhr. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt schnellstmöglich.

Hier nochmal unser Expeditionsplan für euch:

blut-um-mitternacht-expeditionsplan-2

05.12. Autoreninterview – Yvonne
06.12. Kurze Reihenvorstellung – Christiane
07.12. Das Sonnenlicht – Nadja
08.12. Claires Entwicklung – Beatrice
09.12. Leroy und Julien – Beatrice
10.12. Gewalt und Alkohol – Bella
11.12. Wie könnten Menschen von Vampiren erfahren? – Nadja
12. 12. Lesungsvideo – Yvonne
13.12. Wie ist es ohne Eltern aufzuwachsen? – Bella
14.12. Rom und das Kolloseum – Sarah
15.12. Unsterblichkeit – Segen oder Fluch? – Dagmar
16.12. Glaube und Hoffnung – Sarah
17.12. Die Wächter – Christiane

Bella

Bella

Hey! Mein Name ist Bella, 74er Baujahr und bin sehr glücklich mit meiner kleinen Family.
Seit Kindestagen an bin ich ein richtiger Bücherwurm. Deshalb dreht sich hier der größte Teil natürlich um jede Menge Bücher und deren Autoren.

Ich wünsche euch viel Spaß auf meinem Blog und besucht mich doch mal wieder. 😉
<3
Bella

12 thoughts on “Wie ist es ohne Eltern aufzuwachsen?

  1. Hallo,

    ich bin sehr froh, dass ich meine Eltern habe, da sie immer für mich da sind und mich immer unterstützen! Ich kann mir ein Leben ohne Eltern nicht vorstellen…

    LG

  2. huhu

    mit eltern geht einfach alles leichter auch wenn es stress gibt das ist ja gerade was familie ausmacht 😀

  3. Ein echt schwieriges Thema. Ich kenne ja nur das Leben mit Eltern, wir haben auch heute noch richtig engen Kontakt. Ich finde das sehr wichtig, denn die Eltern werden nicht ewig für einem da sind. Also nütze jeden Moment mit ihnen und genieße ihn.

    Ein Leben ohne Eltern muss sehr schwierig sein, aber man lernt wahrscheinlich mit allem umzugehen, denn man muss es ja, und vielleicht macht einem das dann auch stärker.

    Liebe Grüße,
    Daniela

    1. Für mich war es nicht sooooo schwierig. Ich kannte es ja nicht anders.
      Erst in der Pubertät wurde es … Naja. Nun lieben wir uns wieder. *lach*

  4. Ich bin mit meinen Eltern aufgewachsen. Aber meine kleine Schwester war Muttis Liebling. Sie konnte jede Dummheit machen, bestraft wurde ich. Zum Glück hatte ich meinen Opi der immer für mich da war. Leider ist Opi verstorben, doch er durfte noch seinen Urenkel in den Armen halten. Ein Glück das meinem Papa verwehrt wurde, da er vor 6 Jahren verstorben ist. Ich bin sehr früh ausgezogen zu meinem jetzigen Mann. Das hat mir meine Mutter sehr übel genommen, da es für sie klar stand das Ich die Eltern mal zu pflegen hätte. Es ist auch mit leiblichen Eltern nicht immer einfach. Ich freue mich, dass Du jetzt Deine eigene Familie hast liebe Bella.

    1. Na da hast du aber auch einiges durch. *knuddeli*

      Ganz ehrlich? Hätte ich so ´ne Mutter wie du gehabt – ich wäre auch abgehauen. 😉

  5. Hallo,

    ich liebe meine Eltern über alles, die immer für mich da waren und bin sehr dankbar, dass ich sie immer noch habe.

    LG
    SaBine

  6. Früher habe ich mich mit meinen Eltern nicht gut verstanden. Nie konnte ich es ihnen recht machen, immer rumgenörgelt… meine kleine Schwester war der Liebling. Dazu kam das meine Mutter früher gefühlsmäßig sehr zugeknöpft und unterkühlt war. Eine Umarmung war keine Selbstverständlichkeit. Das hatte sich alles geändert als sie im Altersheim anfing zu arbeiten und meine Oma ein Pflegefall wurde. Mittlerweile weiß ich das ich es sehr gut hatte mit meinen Eltern und der ganzen Familie. Ich werde geliebt, respektiert und umgekehrte ist es genauso. Ich weiß aus Erfahrung im Umfeld der Familie und Nachbarschaft das es auch anders sein kann (Missbrauch, Körperverletzungen…)

    1. Das ist aber auch krass. Ich könnt mir garnicht vorstellen meine Kiddies mal NICHT zu knuddeln. Auch wenn sie mittlerweile murren wenn ich ankomme. Naja, zumindest die Kleine. 😉

  7. Sorry, ich bin gerade ziemlich schockiert! Ich kann es eben nichts zu sagen. Für mich war das Gewinnspiel am Ende irgendwie fehl am Platz. Ich muss erst mal über das Nachdenken, was ich da gerade gelesen habe. Das ist schon ziemlich krass!
    Aber meine Großeltern liebe ich auch über alles und kann sie auch heute noch knuddeln 🙂
    Alles Liebe
    Claudia

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