Die Drachenschwert-Trilogie Bd. 1 Midirs Sohn


Die Drachenschwert-Trilogie besteht aus „Midirs Sohn“, „Erdsängerin“ und „Schwertgeist“. Nie hätte Marlies gedacht, als sie zum Spaß die kleine Geschichte über das Waisenkind Celia und die Schwanenfrau schrieb, dass daraus ein Roman würde, gar eine Roman-Trilogie! Aber wie das Leben so spielt … wenn ein Stein erstmal ins Rollen gekommen ist, dann rollt er.

Midirs Sohn

Band 1

Midirs Sohn

… führt den Leser in eine keltisch inspirierte Anderwelt mit wunderlichen Wesen wie die dreigestaltige Hagedornkönigin, dem Wulliwusch, tanzenden Bäumen und blauen Schwänen. Doch sollte der Leser sich nicht täuschen lassen! Diese Welt hat auch ihre Schatten und böse Wesen: die „Unseelies“, die Unseligen. Und sogar die Königin … aber halt! Ich will nicht zu viel verraten. Doch so viel sei noch gesagt:

Fearghas, der blauhaarige Elb, der Dreh- und Angelpunkt der Trilogie ist, lernt die Menschenwelt in der Mitte des 19. Jahrhunderts gründlich kennen, mehr als ihm lieb sein kann.

Das Taschenbuch hat 460 Seiten. Das eBook kostet auf Dauer nur noch 1,99 €!

Klappentext:

Schottland 1862. Es ist die Nacht auf Samhain, als ein Elbenkrieger unfreiwillig auf der Erde strandet. Feuer und Steinwürfe sind sein Willkommen.

Er, der weder Hunger noch Kälte je am eigenen Leib erfahren hatte, sucht Zuflucht im Wirtshaus „Zum Weißen Schwan“. Der Name, ein gutes Omen? Schon einmal in seinem Leben spielte ein weißer Schwan eine wichtige Rolle. Und tatsächlich, das Wirtshaus gehört einer alten Freundin. Sie gewährt ihm Schutz. Doch es ist ausgerechnet das von ihm ersehnte Erwachen der Liebe, das dazu führt, dass er bald wieder auf der Flucht ist. Der Drache in ihm erwacht! Fluch oder Segen?

Was sagen Leser zum Buch? (aus Amazonrezensionen)

Ein Buch, das große Gefühle weckt aber dabei auf dem Boden bleibt ohne – trotz aller Magie die in den Seiten liegt – tatsächlich unwahrscheinlich zu wirken. Die Geschichte, wie sie geschrieben ist, könnte genauso der Wahrheit entsprechen. (A. Berger)

Ein Umweltroman voll zarter Magie – weit weg von allen Klischees. (Giselle)

Ich war von Anfang bis Ende in der Geschichte drin und ich muss mich noch einmal wiederholen: Der Schreibstil der Autorin ist kaum zu übertreffen und ich danke ihr für dieses wunderbare Buch, dass mich so leicht aus dem Alltag entführt hat. (E-z)

Tja. Und was sage ich dazu? ;)

Die Welt hat einen Magiyamusa-Fan mehr.

Genau so hat es Marlies gestern ausgedrückt, als ich ihr schrieb wie toll ich das Buch fand. Und ich muss ihr Recht geben. Die Geschichte um Fearghas ist einfach wundervoll und lässt einen nicht los.

Leseprobe:

Durch das Tor zu gehen, war wie Fallen und Steigen zugleich. Celia verlor völlig die Orientierung und auch das Gefühl für ihren Körper. Sie war für Sekunden, die sich zu einem Äon dehnten und im selben Moment wieder zusammenschnurrten, reiner Geist. Einen Moment später wieder Körper und Mensch. Sie schlug spürbar hart auf. Keuchend, mit zusammengekniffenen Augen, blieb sie liegen, im Schockzustand versunken. Sie spürte noch, wie Ealas Hand sich fedrig von ihrem Handgelenk löste und ein großer Flügel ihr im Vorbeigehen sanft über den Kopf strich. Nach unbestimmter Zeit hörte sie Fearghas Stimme, die geduldig immer wieder ihren Namen rief.

Celia, steh auf. Wir müssen aus der Höhle raus. Komm, Mädchen. Ich helfe dir.“

Ihre Augen lieferten zuerst nur ein verschwommenes Bild von Schatten und Licht, als sie sie ängstlich öffnete. Sie spürte, wie sie von kräftigen Händen hochgehoben und behutsam auf ihre Füße gestellt wurde.

Na, wird es gehen?“

Ich denke schon“, antwortete das Mädchen mit zittriger Stimme. „Was ist mit dem Garten passiert? Wo sind Mr. Willoughby und der Arzt?“ Celia drehte sich um und zuckte heftig zusammen beim Anblick des spitzohrigen, blauhaarigen Mannes in der rotgoldenen Uniform. Ein greller Schrei entfuhr ihr unwillkürlich.

Nicht doch, nicht doch! Beruhige dich, du kennst mich. Ich bin Fearghas.“

Celia schüttelte energisch den Kopf. „Nein. Nein. Wo ist der kleine Drache, und wo ist Eala?“ Eine Erinnerung an einen schwarzen Mann brach sich Bahn. Er hatte sie zu rauben versucht! Japsend fuhr sie herum und suchte die Höhle nach ihm ab. „Wo bin ich? Ich verlange eine Erklärung!“, forderte sie tapfer.

Ich bin wirklich Fearghas. Wir sind jetzt in der Anderwelt. Ich hatte euch Menschen doch erklärt, dass Feen-Tiere in eurer Welt zu menschenähnlichen Geschöpfen werden. Nun, und umgekehrt gilt das auch. In deiner Welt war mein Erscheinungsbild das eines kleinen, kampfbereiten Drachens, gemäß meiner Eigenschaften. Hier in meiner Welt aber bin ich ein großer Elb, Soldat der Königin. Und doch derselbe! Du hast nichts von mir zu befürchten.“ Beschwichtigend legte er dem Mädchen seine große, warme Hand auf die Schulter und führte sie zum Höhlenausgang. „Weißt du, man weiß nie, wo man ankommt, wenn man durch ein Tor geht. Wir hätten auch mitten im Fluss landen können, oder gar in der Luft. Es ist immer ein gewisses Risiko dabei.“

Aber warum habt ihr mich mitgenommen? Warum hat Eala das getan? Was wollt ihr denn von mir?“, weinte Celia. „Ich hatte doch gerade ein neues Zuhause gefunden. Bitte bring mich zurück, bitte!“

Ich bedaure, Kind der Menschen. Das liegt nicht in meiner Macht. Und leider können wir Eala nun nicht mehr fragen, da sie auf und davon ist. Ich denke, sie tat es, weil sie dich mag und dich beschützen wollte. Hast du den Bösewicht erkannt?“

Nein, das ging alles so schnell“, bedauerte Celia, „aber er kam mir irgendwie bekannt vor.“

Gemeinsam traten sie vor die Höhle ins Helle. Dort, ihnen zu Füßen, lagen die Kleider von Lady Beatrice, und eine weiße Feder lag auf ihnen. Keine Spur von Eala selbst. Auf einmal verdunkelte sich der Himmel, ein mächtiges Rauschen von unzähligen Flügeln erfüllte die Luft. Aus tierischen Kehlen erklangen raue Schreie, die zugleich von Freude und Trauer erfüllt waren. Ein großer Gesang ließ die Anderwelt bis zum Horizont erschauern.

Was du hier siehst, Celia, sind die Schwäne der Königin. Sie sind gekommen, um Eala in ihre Mitte zu nehmen. Sie muss schon bei ihnen sein und mit ihnen fliegen, denn sie ist ja ein Schwan. Die Vögel klagen, weil sie fort gewesen war. Sie jubeln, weil der Liebling der Königin wieder daheim ist. Der Schwarm bringt sie sicher zum königlichen See. Wir müssen auch in die Richtung.“

Celia schaute den Schwänen hinterher, die über einen hellen, milchig grünen Himmel zogen. Die Farben waren in der Anderwelt eindeutig falsch, urteilte sie, denn auch das Gras unter ihren Schuhsohlen sah seltsam aus, rosa mit veilchenfarbenen Schattierungen. Die Farben der Anderwelt harmonierten zwar miteinander, aber es sah für Celia unheimlich aus.

Fearghas, was wird nun aus mir?“, wandte sie sich an den Mann, der vor einigen Momenten noch ein feuerspeiender kleiner Drache gewesen war. Ob er immer noch …? Celia beschloss, ihn unter keinen Umständen zu verärgern.

Das wird unsere Königin entscheiden“, antwortete er ernst. „Alles geschieht hier nach ihrem Willen. Ich sollte dich, Celia Campbelltochter, vor ihr warnen, denn sie ist nicht wie menschliche Königinnen. Sie ist mächtig und wunderschön und erfüllt von wilder Magie. Ihr Wille ist hier Gesetz. Es gibt fast nichts, dem sie selbst sich unterordnen muss. Kann sein, dass sie dich gar nicht beachten wird. Kann sein, dass sie persönlich über dein Schicksal entscheiden wird. Und du wirst Folge leisten müssen. Komm, wir wollen es herausfinden. Wir gehen jetzt zum Feenbaum, wo sie Hof hält, wenn sie uns mit ihrer Gegenwart beehrt.“

Fearghas fühlte sich merklich wohl in seiner eigenen Welt, er summte ein Liedchen und schritt beschwingt aus. Als er merkte, dass Celia erschöpft war und immer noch ängstlich wirkte, rief er für sie lockend ein Reittier herbei. Dabei wackelten seine spitzen Ohren heftig vor und zurück, und Celia musste das erste Mal lachen. Der Soldat der Königin tat empört, weil sie über seine Ohren lachte, aber das Mädchen konnte in seinen Augen lesen, dass er es ihr keineswegs übelnahm. Kurz darauf knackte es im Unterholz, es raschelte im Gebüsch, und dann stand das unwahrscheinlichste Geschöpf vor Celia, das sie sich nicht im Leben hätte erträumen können. Es hatte den Körper eines kleinen Nilpferdes, die Füße eines Elefanten an seinen kräftigen Beinen, den Schwanz eines Löwen und den Kopf eines Kaninchens, aber mit einem Rüssel. Von seiner Farbgebung und den wilden Streifen auf seinem Rücken mal ganz zu schweigen. Fearghas schnippte mit den Fingern und ein Reitsattel erschien mit einem leisen Plopp in der Luft. Er nahm ihn, sattelte das Wulliwusch – so hieß das Tier – und half Celia beim Aufsteigen. Das Wesen war so drollig, dass sie keine Angst vor ihm hatte. Die Zauberei ihres Begleiters erschreckte sie zunächst, aber andererseits fand sie alles auch wunderbar aufregend.

Sitzt du gut und fest?“ Als seine kleine Schutzbefohlene strahlend nickte, grinste er übers ganze Gesicht und forderte das Wulliwusch zum Wettlauf auf. Begeistert quiekte das Geschöpf und rannte los. Celia musste sich wirklich gut festhalten und geriet bald schon ganz außer Atem. Der Sattel hielt sie sicher auf dem Rücken ihres Renntieres und sie hatte ihre helle Freude am wilden Ritt. Der Elb, mit seinem athletischen Körper, war schnell wie der Wind. Der Wald verschmolz zu einem Farbenmeer vor Celias Augen. Als das Wulliwusch langsamer wurde, nahm Celia wahr, dass Fearghas weit vor ihnen auf einer Blumenwiese saß. Er schwitzte nicht einmal! Entspannt wartete er auf ihre Ankunft. Mit einem freundlichen Klaps auf den Hintern, entließ er das Wulliwusch, nachdem Celia abgestiegen war. Ein Fingerschnippen löste den Sattel auf, der mit einem leisen Plopp verschwand. Das Reittier verabschiedete sich mit einem melodiösen Quieken und watschelte gemütlich davon.

Mit rosigem Gesicht ließ sich das Mädchen in dem Meer aus Blumen nieder und staunte über deren Formen und Farben. Sie roch an einer glockenblumenähnlichen Pflanze, doch anstelle eines lieblichen Geruchs nahm sie Töne wahr! Celia schnupperte an einer anderen Blume, mit demselben Ergebnis. Das konnte doch nicht wahr sein?

Fearghas, die Blumen machen Musik in mir.“

Der Elb nickte. „Ja, was auch sonst?“

Also, unsere Blumen duften“, wandte Celia ein.

Ah, ich verstehe, du sprichst vom Riechen. Das können nur die Menschen. Wir Elben riechen gar nichts in eurem Sinne, wir hören Düfte. Unsere Wahrnehmung unterscheidet sich in einigen Punkten sehr von eurer. Aber ich muss sagen, wenn ich darüber nachdenke, ist es doch seltsam, dass du die Duftklänge hören kannst, du kleiner Mensch. In deiner Ahnenreihe müsste ein Anderweltler gewesen sein.“ Interessiert schaute er das Mädchen genauer an.

Celia sah auf einmal nachdenklich aus. „Fearghas, wie war das eigentlich für dich, ein Tier zu sein? Und warum bin ich hier nicht zum Feentier geworden?“

Weil du ein Mensch bist, du bleibst hier Mensch. Aber das Tor verändert dich auch! Sieh mal!“ Fearghas wedelte mit seinen Händen in der Luft vor Celias Nase und erschuf mittels Magie einen Spiegel. Celia traute ihren eigenen Augen nicht. Sie sah vor sich ein Mädchen mit glänzendem, schwarzem Haar. Es war glatt und wellig, nicht struppig, und umschmeichelte ihr Gesicht. Ihr Auge war wieder heil. Die Narbe, die Brenda ihr im Suff geschlagen hatte, war fort! Auch war ihr Gesicht fülliger, sie sah so gesund und kräftig aus! Celia fuhr sich mit den Händen immer wieder übers Gesicht und tastete dieses Wunder ab. Da merkte sie, dass auch ihre Finger nicht mehr schwielig und rau waren. Sie war schön! Vergessen war ihre Frage, wie es für den Elb gewesen sein mochte, ein Tier zu sein.

So, nun genug in den Spiegel geschaut, mein Kind. Keine Zeit mehr zum gemütlichen Laufen und Reiten. Jetzt machen wir der Königin unsere Aufwartung. Sie residiert unter dem Feenbaum von Magiyamusa. Halt dich an mir fest.“

Verwundert, aber gehorsam, legte Celia ihre Arme um seinen Hals, und er umfasste ihre schmale Taille und hob sie hoch, als wöge sie nicht wesentlich mehr als ein frisch geschlüpftes Küken. Blitzschnell drehte er sich um die eigene Achse, immer und immer wieder, und als er zum Stillstand kam, waren sie nicht mehr auf der klingenden Blumenwiese. Sie sie standen vor einem buschigen Baum, groß wie ein Berg, so riesig, dass man den Wipfel nicht sehen konnte. Er war übersät mit weißen Blüten und trug rote Beeren, so als wären für ihn die natürliche Ordnung der Jahreszeiten ohne Bedeutung. Der Hagedorn der Königin!

Horch, Celia.“ Fearghas spitzte seine ohnehin schon spitzen Ohren, sie zogen sich tatsächlich in die Länge. „Das ist die Musik der Königlichen Musikanten. Und all die Stimmen, die da murmeln, es müssen sich Hunderte versammelt haben! Sie feiern das Fest der hohen Künste. Es ist später in der Zeit, als ich dachte. Du musst wissen, die Zeit hat in der Anderwelt einen anderen Verlauf, sie schwingt nicht mit eurer Erdenzeit in Harmonie, da ist kein Gleichklang. Wenn hier ein Tag vergangen ist, dann mögen bei euch hundert Jahre verstrichen sein. Und wenn hier ein weiterer Tag seinen Lauf vollendet hat, dann sind bei euch vielleicht nur fünf Minuten vergangen. Es ist jedes Mal anders, es gibt kein Muster, keine Gesetzmäßigkeit, nur Zeit-Willkür. Je länger ein Mensch in der Anderwelt ist, umso schwieriger wird es für ihn, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden, und auch sein Zeitgefühl schwindet mehr und mehr. Spürst du es schon?“

Das Mädchen lauschte verwirrt seiner langen Rede und verneinte. „Außer, dass hier die meisten Farben falsch sind, und dass es Wesen wie Wulliwusche gibt, spüre ich keinen Unterschied. Mal abgesehen von dem, was ich im Spiegel sah. Bin ich wirklich schön geworden oder ist das nur eine Illusion, die schwindet, sobald ich wieder in meiner Welt bin?“

Fearghas nahm Celia bei der Hand und zog sie, den mächtigen Baum umrundend, hinter sich her. „Das kann ich dir leider nicht sagen. Selten kehrten Menschen zurück in ihre Welt, sehr selten. Die meisten verloren sich hier in der Schönheit der Anderwelt. Hier gibt es keinen Mangel. Keine Kälte. Keine Armut. Wir leben im Wald und vom Wald. Wir sind Kinder des Waldes. Von kleineren Fehden mal abgesehen, leben wir hier sehr friedlich. Und mit uns die, die aus unserer Sicht aus der „Anderwelt“ kommen, die deine Welt ist. Es kommt immer seltener vor, dass einer von euch die Dimension wechselt. Und umgekehrt gar nicht mehr. Es sei denn, ein unglückseliger Narr verstößt gegen das Gesetz. Dass Eala zu euch kam, war pure Gewalt und Willkür.

Geatadoran, der Schwarzmagier. Das habe ich mir gemerkt. Er wollte Rache üben, hast du gesagt.“

Ja, in der Tat.“ Der Elb machte ein finsteres Gesicht. „Was wiederum Rache nach sich zieht. Ich, als Soldat und Beauftragter der Königin, bin verpflichtet, es ihm heimzuzahlen.“ Fearghas griff nach der Kette mit dem Zauberedelstein, der ihm, Eala und Celia den Durchgang in diese Dimension ermöglicht hatte. Der Stein leuchtete kurz auf, summte grimmig und gab sein Einverständnis. „Aber darum kümmere ich mich später.“

Celia wurde ganz bang zumute. Musste sie wirklich den Rest ihres Lebens hier verbringen? Je weiter die beiden den Baum umrundeten, umso mehr Feen, Elben, Dryaden, Nymphen und andere magische Wesen begegneten ihnen. Wesen, die jeder Beschreibung spotteten. Celia war sich manches Mal gar nicht sicher, ob diese flackernden oder schlurfenden, zuckenden, versprühenden, irisierenden, summenden, wackelnden, schwebenden, kullernden Gebilde Lebewesen waren oder nicht. Auch sie, das kleine Menschenmädchen, wurde beäugt, betastet, beschnuppert („Sie macht ja gar keine Musik!“), gar angeschlabbert und für bemerkenswert seltsam befunden. Fearghas hielt die Neugierigen auf Abstand, so gut es eben ging. „Trollt euch! Tut nicht so, als hättet ihr noch nie einen Menschen gesehen“, grollte er.

Die Feier war voll im Gang, und schließlich standen sie vor der Königin. „Mach mir alles nach“, flüsterte der Elb. Er legte seine linke Hand aufs Pendant zum menschlichen Herz, das in der Anderwelt auf der rechten Seite schlug, und verneigte sich tief und verharrte in dieser Stellung. Celia machte automatisch einen Hofknicks und ahmte dann erst ihren Beschützer nach. Sie war verwirrt. Die Königin hatte sie sich wahrlich anders vorgestellt. Kein Prunk, kein Staatsgewand, sondern ein schlichtes, weißes Kleid und nur eine Blätterkrone mit Blumen und Früchten auf dem lockigen Haar. Der Haselzweig in ihrer Hand sollte wohl das Zepter sein? Und was das Verwirrendste war: Sie war höchstens zwei, drei Jahre älter als Celia! Fearghas raunte Celia ganz leise zu, sie solle sich möglichst natürlich verhalten und sich nicht täuschen lassen, die Königin sei das älteste Feenwesen überhaupt, vielleicht sogar älter als der Hagedorn, der ihre Wiege war, vor undenkbar, unerinnerbar langer Zeit.

Fearghas, mein treuer Soldat, du hast erneut deine Brauchbarkeit unter Beweis gestellt. Wir sind dir dankbar für die Heimkehr unseres Lieblings Eala.“

Die Feenkönigin ging auf nackten Füßen tänzelnd um Celia und den Elb herum und tippte ihnen schließlich mit dem Zweig auf die Schulter. „Erhebt euch.“

Als Fearghas sich aufgerichtet hatte, ergriff sie seine Hände und rief: „Ich will tanzen, tanzen!“ Kreischend vor Lebenslust wirbelte sie mit dem Elbenkrieger über die Wiese, in irrwitziger Geschwindigkeit. So manches Anderweltwesen kam dabei zu Fall, was die Königin nicht im Geringsten störte. Außer Atem kamen sie vor Celia wieder zum Stehen. In Fearghas Augen lag ein Hauch von Peinlichkeit, bemerkte Celia. Doch in den Augen der Königin lag etwas gänzlich anderes. Mutwilligkeit, Neugier, Ungeduld. Sie starrte das Menschenkind eine Weile an, wandte sich abrupt ab und sagte dann zu niemand Bestimmten: „Sie mag bleiben und uns ihre Kunst vorführen.“ Dann hüpfte sie von dannen und gab sich weiteren Vergnügungen hin.

Celia wandte sich mit fragendem Blick an Fearghas. Ihr lief ein unangenehmer Schauer über die Haut, als sie seinen ernsten Gesichtsausdruck sah. „Wie war das gemeint, ich solle meine Kunst vorführen? Bitte sag mir die Wahrheit.“

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Hier wieder eure Chance am Ende von Marlies´ Woche eines der beiden Bücher zu gewinnen. 😉

Marlies Lüer Gewinnspiel

Beantwortet uns dazu jeden Tag eine Frage. Je mehr Fragen richtig beantwortet werden um so mehr Lose können gesammelt werden. 😉

Unsere heutige Frage:

Welche Künstlerin hat das Wulliwusch gezeichnet?

Regeln:

♥︎ Seid über 18 Jahre alt oder habt die Erlaubnis eurer Eltern.
♥︎ Nach Ablauf des Gewinnspiels kann ich euch im Falle des Gewinns eine Email senden. Hierfür müsstet ihr mir eure E-Mail hinterlassen.
♥︎ Wir übernehmen keine Haftung und es gibt keinen Ersatz falls das Paket verloren geht.
♥︎ Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt.
♥︎ Das Gewinnspiel endet am 27.09.2015 um 24:00Uhr. Die “Offenbarung” wird es auch zeitnah geben.
♥︎ Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bella

Hey! Mein Name ist Bella, 74er Baujahr und bin sehr glücklich mit meiner kleinen Family.
Seit Kindestagen an bin ich ein richtiger Bücherwurm. Deshalb dreht sich hier der größte Teil natürlich um jede Menge Bücher und deren Autoren.

Ich wünsche euch viel Spaß auf meinem Blog und besucht mich doch mal wieder. ;)

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Ein Gedanke zu “Die Drachenschwert-Trilogie Bd. 1 Midirs Sohn

  • Ruby-Celtic

    Hey meine liebe Bella,

    das Buch klingt wirklich interessant. Es scheint mal wieder etwas ganz besonderes zu sein, dass ein bisschen im Hintergrund schlummert. ;)
    Habe ich mir gleich mal notiert. *g*

    Liebe Grüße,
    Ruby